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Dienstag, 28. Juni 2011

eXentriX on Tour: Grotte de Saint Marcel, Reseau III

Am Dienstag-Morgen brachen wir früh auf, um bei Hans den Schlüssel zur Saint Marcel abzuholen; heute war das Reseau III unser Ziel.
Im vergangenen Jahr haben wir es schon versucht, sind aber durch ein gefülltes Syphon zum Umdrehen gezwungen worden.
Also am bekannten Platz das Auto geparkt, aufgeschlatzt und ab ging es.
Aus ardeche-2

Ja, ist schon komisch, so ganz legal und ohne Stress mit Schlüssel irgendwo einfahren zu können,

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Drinnen ging es im Schnellschritt durch die Galerie d'Entrée, L'Echelle und in den Salle de la Cathedrale - kurz vor dem touristischen Höhlenteil. Dort befindet sich eine Klappe, die zu den unteren Reseaus (II, III) führt. Klappe aufgeschlossen, alle rein und durch das Labyrinth durchgehetzt, bis wir in dem Engpass ankamen, der uns im vergangenen Jahr schon so viel Probleme bereitete.
Hier ist extrem wenig Platz, Decke und Boden kommen dicht aneinander. Wir sind damals nur mit ausatmen, weiterrutschen, luft holen, ausatmen, weiterrutschen durchgekommen. Diesmal ging es deutlich einfacher, entweder weil es eben doch eine Kopfsache ist oder weil wir alle abgenommen haben?
Hier ist Markus schon wieder entspannt, vorher war es wirklich so eng, dass man den Helm absetzen musste, weil man sonst den Kopf nicht hätte drehen konnte.
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Und am Syphon war diesmal überhaupt kein Wasser, hier stand das Wasser im vergangenen Jahr so hoch, dass der Durchlass fast völlig überflutet war.
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Also flugs durch und für uns unbekanntes Land. Die Strecke hiernach ist ein ungefähr 600m langer Schluff, von denen 200m auf allen vieren krabbelnd zurückgelegt werden will.

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Nach anstrengendem Kriechen und Krabbeln und Rutschen erreichten wir endlich den Salle des Mémères, hier konnte man endlich wieder aufrecht sitzen!
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Von dort machten wir einen kleinen Abstecher in eine Sackgasse, die Galerie du Buisson. Und hier wandelte sich das Bild von Lehm und Dreck in schöne Versinterungen und Exzentriques.
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Nach diesem Abstecher ging es dann weiter in Richtung des Lac a Peage, hier folgen einige Seen aufeinander, die ersten kann man mit fest installierten Hilfsseilen mit ordentlich Kraft an der Wand queren oder man lässt das Wasser in die Stiefel laufen.
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endlich erreicht man den Lac a Peage, hier ist eine Hängebrücke über den See installiert.
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Das Schild sagt: Links: Passage gratuit (Durchgang kostenlos), rechts Pont a Peage (Mautpflichtige Brücke). französischer Speleologenhumor.
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Ein gutes Stück weiter erreichten wir die Chatiere Courbis (Chatiere heisst wohl Katzenklappe, ja und das war es auch: richtig eng!
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Ich bin irgendwie dadurch, das ging einigermassen, aber Markus und Nils passten ums verrecken nicht durch das Loch. Christian schaffte es gerade so da durch.
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So vereinbarten wir eine Rückkehrzeit und Christian und ich erkundeten den Weg weiter. Eigentlich wollten wir noch den Salle de Opera erreichen, aber zu zweit wollten wir nicht zu viel riskieren.
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Wir sind dann zu einer Stelle, wo man aus einem engen Schluff in einen Schacht kommt. Hier war eine Strickleiter fest installiert aber der Weg führte in verschiedene Richtungen weiter, so dass wir es vorzogen, wieder umzukehren.
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Auf dem Rückweg zweigten wir noch in eine kleine Seitengalerie ab, die Galerie Tajmahal.
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Hier war die Wand über und über mit kleinen Kristallen überwachsen
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Auf dem Weg weiter zurück kamen wir an einem Wegweiser vorbei, noch 2170 anstrengende Meter bis zum Ausgang:
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Und natürlich ging es den ganzen Weg wieder zurück; endlich nach knapp 8h waren wir wieder zufrieden und geschafft am Tageslicht.
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Fazit: Die Saint Marcel ist so vielseitig und unterschiedlich, es ist immer wieder ein Erlebnis. Das wird nicht unsere letzte Befahrung gewesen sein!

Sonntag, 5. Juni 2011

eXentriX on Tour: Tal der Ardeche Ende Mai 2011

Nachdem wir letztes Jahr noch ein paar Rechungen mit einigen Höhlen offen hatten, ging es dieses Jahr wieder für eine Woche an die Ardeche.
Diesmal quartierten wir uns in einer Ferienanlage kurz ausserhalb von Vallon Pont D'Arc - in Salavas - ein.
Trotz neuem Auto war ja eigentlich alles klar, denn der neue ist ja fast wie der alte, einfach nur neuer. So Freitag flugs wieder die Dachbox drauf und alles eingeladen. Auch diesmal war das Auto ordentlich voll, die ca 600 Zuladung waren gut ausgelastet

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So gings Samstag um 5:30 los, erstmal Rundreise, um die restlichen eXentriker einzusammeln. Das brachte uns die ersten Zusatzkilometer ein, denn dank eines Marderschadens an einem Zubringerfahrzeug und eines irgendwo im Neandertal ausgesetzten Mitfahrers war keiner am vereinbarten Treffpunkt.

Egal, irgendwann lief es dann und es ging über Luxemburg, Nancy usw Richtung Süden. Erst wieder in Lyon gab es wieder etwas Abwechslung: Der Tankinhalt ging bedenklich zur Neige. Nun ist der Passat bzw sind die dazugehörigen Tankkarten wählerisch, da geht nicht jede Tanke. Also liessen wir uns vom Navi zu geeigneten Tanken dirigieren. Doch das war komplizierter als erwartet; nach einer Dreiviertelstunde des Herumirrens durch die Aussenbezirke Lyons auch die dritte Tanke in Folge nicht mehr existierte, wurde es langsam eng mit der Restreichweite.
So entschieden wir uns, Richtung Autobahn zu fahren und egal was nachzutanken.
Kurz vor der Autobahnauffahrt erreichten wir tatsächlich eine BP - dort gilt die Tankkarte - ; also flugs den Tank vollgemacht und weiter.
Unnötig zu erwähnen, dass die dumme Pute im VW-Navi diese Tanke nicht kannte....

Endlich erreichten wir Montelimar und verliessen die Autobahn. Es ging in die Berge Richtung Ardechetal. Und dann hatten wir ihn vor uns: Den VW-Bus des Grauens!
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Er zuckelte sicher 30km vor uns her, immer zwischen 30kmh und 40kmh, auf einer Strasse, auf der an Überholen noch nicht einmal zu denken war. Und dem Fahrer waren wir sowas von egal!
Die Ankunftzeit wurde immer später und später, wir waren genervt.
Endlich konnte Christian ihn dann in einer Kurve überholen und wir erreichten bald Vallon Pont D'arc.
In der Ferienanlage angekommen, eingecheckt, das Häuschen in Augenschein genommen und schnell das Auto ausgepackt.
Danach sind wir erstmal Einkaufen gefahren:
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Merke: Nie hungrig einkaufen fahren!!!

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Zumindestens war der Kühlschrank schön gefüllt und wir konnten das Leben in Frankreich geniessen und den Tag ausklingen lassen!

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Kurz ein Überblick über unser Programm der Woche:

Sonntagvormittag haben wir die Grotte du Nouvelle de Vallon geplant; hier hatten wir noch eine Rechnung offen, diese hatten wir letztes Jahr erst nicht gefunden und dann zu wenig Zeit zum befahren gehabt.
Anschliessend hatten wir eine Verabredung mit Hans und Mariet, um die restliche Woche durchzusprechen.

Der Montag ist etwas anders als geplant verlaufen, die eigentlich geplante und angemeldete Höhlenbefahrung mussten wir leider absagen. Ab Mittag sind wir dann stattdessen in kleineren Höhlen der Umgebung getummelt, so der Grotte de la Barbette und Grotte Estevan (den Durchstieg zwischen den beiden Höhlen haben wir gelassen, vielleicht sollten wir uns besser Plautzentrixs nennen ;-).)


Dienstag sind wir in die Grotte de Saint Marcel Reseau III eingefahren. Hier war letztes Jahr an einem Syphon nach dem Labyrinth Schluss. Dieses Jahr lag der Syphon völlig trocken und wir kamen weit hinein.



Mittwoch war dann ein Putz/Waschtag und Knochenpflegetag, wir haben nur noch die Arven D'Orgnac besucht, eine schöne Schauhöhle; wir waren ganz schön im Eimer vom Vortag, hey, krabbelt mal auf allen vieren 200m durch einen Höhlengang!

Donnerstag fuhren wir erneut in die Grotte de Saint Marcel ein, diesmal ins Reseau IV. Dies war eine völlig andere Umgebung als Reseau III! Es wurde ein langer Tag, nach 10h sahen wir erst die Sonne wieder.

Freitag zum Abschluss hatte Hans uns noch etwas besonderes vorgeschlagen, eine Höhle, die andere als die "Weltreferenz von Exzentriques-Büschel" bezeichnen. Kann man unterschreiben ;-)

So kehrten wir Abend für Abend zu unserem Ferienhäuschen zurück, zum Essen, zur Materialpflege, zur Vorbereitung:
Für eine erfolgreiche Befahrung ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Materie notwendig!
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Wir waren nicht ganz die üblichen Bewohner in den Ferienhäusern:
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Samstag war es dann leider so weit, die Zeit war um, wir standen um 6 auf, putzten, wischten und räumten auf. um 8:55 (ja, so genau wurden hier Termine gemacht) kam die Endabnahme.
In Frankreich ist es nicht üblich, dass man Kaffeefilter, Spüli oder ähnliches für die nächsten zurücklässt, es muss alles, wirklich alles aus dem Haus raus.
Aber es war alles OK, wir bekamen die Kaution zurück und es ging auf die Strasse. 9h später erreichten wir Mettmann nach einer ereignisarmen und ruhigen Rückfahrt.

Nicht dass wir viele Erinnerungen und schöne Fotos mit nachhause genommen haben, sondern auch Unmengen an Schlamm:
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Mittlerweile ist alles wieder sauber und verstaut und wartet auf den nächsten Einsatz!

Mittwoch, 13. April 2011

Glück gehabt (ein Beinaheunfall am Seil)

Erstes schönes Sonnenwochenende im April 2011 wollten wir mal den ein oder anderen Teefunfer im Oberbergischen machen.
Einer der Caches liegt in einer Felsklippe, die ca 10m über einem See aufragt, versteckt. Das Hinterlistige ist, dass diese Klippe überhängt und man nicht einfach an die Felswand herankommt.
Flugs war das Seil eingebaut, wir behielten aber das andere Ende ebenfalls oben, damit es nicht nass wird.
Dieses Ende hatten wir erst provisorisch befestigt, ich habe es dann aber doch um einen stabileres Bäumchen mit einem einfachen Bulin (Palstek) festgemacht. (ja, der Bulin ist eigentlich nicht dafür geeignet, aber das Seil sollte ja nur vor dem ins Wasser fallen geschützt werden)

Nach mehreren Versuchen, bei denen wir das Seil immer wieder umgelegt hatten, wollte ich es mit pendeln probieren.
Ich bin dann bis unter dem Überhang am Seil heruntergegangen und versuchte dann per pendeln und stückweisem herunterlassen so in ca 4-5 m über dem See an die Wand zu kommen. Ich wollte bei einem dieser Manöver mich gerade wieder ein Stückchen ablassen, hatte kaum die Hand am Betätigungshebel des Double Stop und da öffnete das Gerät voll und ich rauschte ungebremst nach unten.
Meine Fahrt endete kurz über der Wasseroberfläche, irgendwas klatschte auf. Und dann hing ich da, schmerzende Hände, weil ich mit beiden Händen ins Seil gegriffen habe.
Mein erster Blick ging aufs Abseilgerät und was die Fahrt gebremst hat: Ich hing genau im unteren Umlenkpunkt des Seils! Was für ein Glück, dass ich das lose Seilende oben einigermassen ordentlich fixiert hatte!!
Trotz des stechenden Schmerzes in den meisten Fingern beider Hände konnte ich auf Aufstieg umbauen und sicher wieder nach oben gehen. Trotz der Handschuhe, die die Fingerkuppen freilassen, habe ich mir Brandblasen in 7 der 8 Finger geholt, die Daumen sind jeweils verschont geblieben.
Von DocWs Blogsinn

Was für ein Glück, dass wir eine Eisbox für das Grillgut und das Bier mitgenommen hatten!
Von DocWs Blogsinn

Hehe, und Ronnie hat das ganze gefilmt:


Leider pendele ich im entscheidenden Moment aus dem Bild, aber man sieht, wie ich pötzlich abwärts rausche.

Was ist passiert?

Ich verwende als Abseilgerät ein Anthron Double Stop, ein Gerät typischerweise für den Speleologeneinsatz; es hat zwar nur einen geringeren Verbreitungsgrad wie Petzl Stop oder Basic hat, es hat jedoch einige Vorteilge ihnen gegenüber.
Die Funktion ist wie folgt: Lässt man den Hebel los, blockiert das Double Stop das Seil. Auf Druck auf den Hebel beginnt die Seilfahrt bis zu einer Maximalgeschwindigkeit. Drückt man weiter, fängt das Gerät wieder an zu blockieren.
Dies ist ein sehr grosser Vorteil gegenüber Stop und Shunt etc, bei denen die Seilfahrt einzig durch Loslassen gebremst wird.
Da aber der Mensch in Paniksituationen reflexartig eher zugreift, wird unter Umständen die Seilfahrt keineswegs abgebremst, sondern es geht noch schneller abwärts.

Als Gurt verwende ich einen normalen Sportklettergurt, keinen Speleogurt. Parallel zu der Einbindeschlaufe habe ich ein Demi Round Maillard eingeschraubt, in den Croll, Spelegyca usw befestigt werden.
Von DocWs Blogsinn

Der Demi Round Maillard dient beim Speleogurt zum Verschluss des Gurtes, sitzt aber dort flach auf dem Bauch. Das Double Stop wird mit einem Karabiner in den Demi Round eingehängt und hängt dann quer vor dem Bauch.
Da aber in meinem Fall der Demi Round nicht flach, sondern quer hängt, hängt der Double Stop und damit sein Bedienungshebel quer zum Bauch.
Auf diesem Foto habe ich das simuliert:
Von DocWs Blogsinn

Und damit erklärt sich auch die Ursache für die schnelle Seilfahrt:
Ich habe den Double Stop mit dem Bauch ausgelöst! Es passt alles zusammen. Ich hatte noch gar keine Hand am Auslösehebel, beide Hände waren noch überhalb des Gerätes. Ich wollte zwar gerade mich ablassen, aber offensichtlich war ich noch gar nicht so weit. Das beweist die Tatsache, dass ich mir an beiden Händen Brandblasen zugezogen habe.
Beide Hände lagen am Seil, nicht am Abseilgerät.

Das Gerät ist also falsch eingebaut! Ich muss mir also etwas überlegen, wie ich das in Zukunft vermeide. um 180° gedreht ergibt nur eingeschränkt Sinn, denn wenn man bei der Seilarbeit gegen die Wand stässt, dann gehts auch abwärts.
Eine andere Möglichkeit ist das Hintersichern mit einer Prusik. Und natürlich die Verwendung eines Absturzschutzes mit einem zweiten Seil und einem ASAP oder Locker!

Ich kann nur von Glück sagen, dass wir über Wasser gearbeitet haben. Hätten wir über festem Grund gearbeitet, hätten wir nie das Seil dicht über der Oberfläche enden lassen. In diesem Fall hätte ich einen Grounder hingelegt.

Sonntag, 19. September 2010

Xentriqes on Speleotour: Luxemburg Müllerthal

Am 18.9.2010 war es dann nach vielem hin- und her soweit und wir sind im bewährten Viererteam in Richtung Luxemburg aufgebrochen. Recht spät, aber was soll schon sein, in der Höhle ist es ja eh dunkel.
Unser Ziel war das Müllerthal, ein wildromantisches Tal im Osten Luxemburgs, welches von einem Bach in den Sandstein gegraben wurde. Die Kanten sind in Millionen von Jahren vom Wind und Wadder geformt worden. Von den Hängen sind immer wieder riesige Blöcke des Sandsteins abgebrochen und ins Tal gewandert. So hat sich der Talhang aus bizarr durcheinandergekegelten Blöcken und Felsen, die ober- und unterirdische Labyrinthe bilden, gebildet.

Als wir dann gegen Mittag am Parkplatz im Müllerthal ankamen, war der Parkplatz völig leer, heissa!
Also flugs die Schlaze anziehen und los. (Ich habe diesmal was neues ausprobiert: lange Laufhose und langärmeliges Laufhemd plus dünnem Faserpelz als Unterschlaz; hat sich bewährt). Schnell noch den Watchdog im fernen Solingen aktiviert und los!

Aber vor dem Vergnügen haben die Götter aber den Schweiss gesetzt: Alles, was wir gleich im dunkeln runter wollten, müssen wir uns erst auf der Erdoberfläche durch den Wald nach oben. Der Schweiss floss in Strömen, bepackt wie die Lastesel ging es Schritt für Schritt weiter.
Noch um eine Ecke und endlich war die Eingangskluft der Grotte Ste Barbe erreicht. Doch welche Überaschung: Wir waren nicht die ersten!
Ein Luxemburger Speleologen-Pärchen wurschtelte im Eingangabereich herum und er betonte deutlich unfreundlich, dass sie zu erst dagewesen sind und arbeiten müssten. So richtig wurde im Gespräch nicht klar, wer er war und von welchem Verband oder ähnlichem er denn sei. Er reklamierte, dass die Karte, die es von der Höhle gibt, von ihm stammen würde. Jedenfalls blieb er ungehalten; er müsse hier arbeiten und sprengen und so und das den ganzen Tag. Und vor allem wir sollen abhauen. Seine Frau war deutlich freundlicher und sprach beschwichtigend auf ihn ein. Sie brachte auch den Vorschlag auf, uns eine andere Schachthöhle vergleichbaren Ausmasses zu zeigen. Etwas frustriert liessen wir uns auf diesen Vorschlag ein und stapften mit ihr durch den Wald, vorbei an den verschiedensten bizarren Felsformationen. Nach ca einer Viertelstunde am Ziel angekommen, zeigte sich endlich ein enger Schacht, der sich nach unten öffnete und solide einzementierte Haken zeugten von Speleo-Aktivitäten. Also flugs die Seile eingebaut (natürlich haben wir noch das zweite Sicherungsseil mit eingebaut)
Ich bin als erster abgestiegen, quetschte mich durch die enge, sich danach in eine Halle aufweitende Spalte. 2m tiefer lief das das Seil noch über eine Felsante, dort fand sich auch schon ein Haken für eine Zwischensicherung. Fluchs eingebaut, umgestiegen (die Spelegyka ist einfach geil!) und weiter runter am Seil abgefahren. Leider war das nicht so sonderlich weit, vielleicht 15m weiter kam ich schon unten am Boden der Halle an. Während die anderen einer nach dem anderen auch abfuhren, erkundete ich die Umgebung. In eine Richtung führte ein kleine Engstelle, hinter der es sich wieder nach unten über eine Stufe von ca 5-6m aufweitete. Auch dort waren Haken eingebaut und so bauten Nils, der mittlerweile sich zu mir gesellte, und ich eine Traverse und eine weitere Abseilstrecke ein. Von dort konnte man eine weitere Traverse einbauen und eine weitere Abseilstrecke, über die es weitere ca 5-6m nach unten ging. Am Fuss befanden wir uns in der größten Halle des Systems, sicher 20m hoch und von einer Ecke blinzelte etwas Tageslicht zwischen den Steinen herein.
Dämlicherweise hatte ich den zweiten Blitz oben gelassen und wir konnten für eine Fotoaktion nur mit einem externen Blitz arbeiten. Das schränkt doch die Möglichkeiten sehr stark ein.

Nach 4h des Erkunden war aber auch jeder Winkel, jeder Weg dieses Labyrinth aus Felsen, Blöcken und Steinen in alle Richtungen untersucht und wir traten den Rückweg an. Nach dem alle Einbauten wieder deinstalliert waren, stieg ich als letzter nach oben und erreichte endlich den abendsonnendurchfluteten Wald.

Fazit dieser Tour:
Früher Vogel fängt den Wurm bzw wer zu erst kommt, baumelt zu erst. Und kommt eine Red-Bull-Dosen in Konflikt mit Hammer und Meissel, dann verliert die Dose. Und die Plärre im Schleifsack ist kein grosser Spass.
Dafür sind Sandsteinhöhlen trocken und man bleibt sauber, aber das ist der halbe Spass, denn nur Karst ist Karst!
So haben wir aber die Saison 2010 noch sehr versöhnlich zu Ende gebracht und uns noch mal ordentlich geschunden....

Sonntag, 12. September 2010

Ardeche-Tour 2010 #1

Am 22.5.2010 sollte es endlich soweit sein, wir (Christian, Markus, Nils und Wulf) brachen auf an die Ardeche in Südfrankreich, nicht, um die erste Wärme des Frühsommers zu geniessen, sondern um ins Dunkel abzutauchen.

Am Abend vorher trafen wir uns in Essen, um das Auto zu beladen; wir hatten doch einige Zweifel, ob der ganze Plunder ins Auto passt. Schliesslich sollte die komplette Höhlenausrüstung für vier Leute inklusive des SRT-Materials mit insgesamt 400m Seil mitkommen. Wir hatten ja grosse Pläne!



Interessanterweise passte doch alles rein, denn der Passat mit leerer Ersatzradmulde und Dachkoffer bietet doch mächtig Raum. OK, er hing schon arg tief, aber die maximale Zuladung war vermutlich noch nicht erreicht.


So konnte es denn am nächsten Morgen früh losgehen. Auch der Abstecher durch Karlsruhe (Danke fürs Frühstück, lieber Eric!), die Spontanbremsung auf der Autobahn (um die 111.111km zu dokumentieren) und der sinnfreie Versuch Geld zu sparen und über die Schweiz zu fahren (Vignette vom Wintersport muss sich ja lohnen), konnten verhindern, dass wir endlich die Grenze zu Frankreich passierten.
Bei Montelimar verliessen wir die Autobahn und fielen erstmal in den nächsten Supermarkt ein, um Lebensmittel zu bunkern.
Nun war aber endlich die Ladekapazität des Passat erreicht, selbst auf dem Rücksitz und auf den Knieen der Fond-Passagiere stapelten sich die Tüten und Verpackungen. Und dann gings ab in die Landschaft der Ardeche auf der Suche nach unserer Ferienwohnung.
Diese lag etwa 5-6km ausserhalb von Vallon-Pont-d'Arc inmitten ordentlich Landschaft.


Es handelte sich um ein uraltes Gehöft, welches sich schon teilweise in Auflösung befand. Dieser Zustand wurde einfach eingefroren anstelle es wieder zu rekonstruieren. Darin waren drei nette Wohnungen eingebaut, wovon zwei als Ferienwohnungen vermietet wurden. Nett, hat uns gefallen.


Leider war die Mobilfunkversorgung grottig und die Vermieterin verstand unter „Internet inklusive“ dass man mal an Ihrem Computer seine Emails checken konnte. Der Fernseher ging auch nicht. Egal wir waren ja nicht zum Surfen und Fernsehen gekommen.



Wir genossen erst mal den ersten warmen Abend bei einem Pastis auf Eis (obwohl, nicht alle; ich durfte den nachher haben) und sanken müde von der langen Fahrt in die Betten.
Ach halt!
Wir lernten unsere Untermieter kennen....

Ich glaube, mich hat so einer gestochen, fühlt sich an wie ein Wespenstich...

Tag 2 Endlich ins Dunkel
Am nächsten Morgen gab es erstmal Frühstücksfernsehen für Nils und was zum Essen für das Team


Anschliessend konnten wir es kaum erwarten, die erste Höhle zum Warmwerden zu befahren: Die Aven de la Cocalhere:


Diese hatten wir in Berichten - ich glaube bei den Guanos - entdeckt. Es handelt sich um eine Horizontalhöhle, die durch einen Fluss bzw Bach geschaffen wurde. Sie soll sehr einfach begangen werden und es tummeln sich dort auch schon ein paar Touristen.

Naja, wir fanden aber an den Koordinaten nur einen Einsturztrichter, der unmöglich ohne Hilfsmittel zu überwinden war. Also ab die Ausrüstung holen und runter an den Fuss des Trichters.


Unten angekommen entschieden wir uns für einen der beiden Höhleneingänge und endlich begann das erste Abenteuer!









Unser erster richtiger Versuch eines Bildes bei dem wir mit verschiedenen Blitzgeräten das Licht komponiert haben:


Einfach kann man diese Höhle bis zu einem wasserführenden Teil befahren, danach braucht man etwas mehr als normale Gummistiefel. Mehr wollten wir auch nicht sehen fürs erste und machten uns auf den Rückweg.
Zurück am Trichter angelangt und da es noch früh am Tag war, erkundeten wir nun die Höhle, die von der anderen Seite des Trichters wegführte.
Diese endete schon nach kurzer Zeit wieder am Tageslicht, der Bach trat hier wohl in ein Canyon.

Hier konnte man recht komfortabel ins Bachbett herunterklettern, nun wurde uns auch klar, woher die Berichte über die Menschenmassen kommen, wir sahen sie, arrrgh!
Wir trafen auf eine Familie auf Sonntagsausflug, die absonderlichsten Taschenlampen in den Händen, die Kinder in Badelatschen, der Vater ein Hanfbaumarktseil schulternd! Obwohl: Wir in Schlazen, Helmen und Geleucht müssen mindestens so bizarr auf sie wie sie auf uns gewirkt haben!

Also schnell zurück in die Höhle bis zum Trichter und rauf zur Oberfläche!
So war unsere erste Befahrung auch zu Ende und voller Eindrücke und zufrieden schälten wir uns in der warmen Sonne aus unseren Schlazen